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Praxisfragen
Müssen belarvte Weiselnäpfchen sofort ins Pflegevolk?
 

Frage: Mit Interesse habe ich Ihre Antworten zur Königinnen-Anzucht im Maiheft gelesen. Dennoch eine weitere Frage zum Umgang mit Weiselnäpfchen: Müssen die frisch umgelarvten Larven sofort in ein Pflegevolk eingebracht werden oder kann dies auch erst nach ca. 1 – 2 Stunden erfolgen?

Werner Konert
w.konert@freenet.de



Antwort:
Ja, sie dürfen aber während des Transports keinesfalls eintrocknen bzw. müssen genügend Geleé royale zur Verfügung haben – wobei sich die Abkühlung der Maden nicht negativ auswirkt. Will man ganz sicher gehen, tupft man aus einer Schwarmzelle mit einem Streichholz jeweils etwas Weiselfuttersaft in die Weiselbecher und legt dann die Larven hinein. Bei den Umsteckverfahren ist den Weiselwiegen meist reichlich Futtersaft vorgesetzt, was dann den Transport erleichtert und die Weiterpflege begünstigt.
Auf alle Fälle muss man für eine hohe Luftfeuchtigkeit sorgen. Man umwickelt daher zum Transport den Zuchtrahmen mit einem feuchten Handtuch oder mit angefeuchteten Zeitungspapierlagen.
Alternativ lassen sich die losen Weiselbecher auch in einem Honigglas mit eingelegtem angefeuchteten Küchenpapier transportieren, um sie dann später auf den Zuchtrahmen aufzustecken.
Allgemein ist beim Umlarven streng darauf zu achten, dass
- nur jüngste (bis einen Tag alte) Arbeiterinnenmaden umgebettet werden,
- sie dabei unverletzt bleiben und
- sie nicht der direkten Sonnenbestrahlung ausgesetzt sind.

Die Larven werden von ihrer hinteren Wölbung her mit dem Umlarvlöffel aufgenommen und vorsichtig am Weiselbecherboden abgelegt. Beim Umlarvgerät aus China schiebt sich die dünne Zunge des Gerätes selbstständig unter die Larve, wenn es in die entsprechende Arbeiterzelle eingeführt wird. Durch Vordrücken des Stößels wird die Larve dann im Weiselbecher abgelegt. Damit kann man auch mit geringerer Sehkraft oder als Ungeübter relativ schnell erfolgreich umlarven.

Imkermeister Werner Gekeler
Sternbergstraße 14
72525 Münsingen


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