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Ludwig Armbruster – von den Nationalsozialisten 1934 zwangspensionierter Bienenkundler der Berliner Universität
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Steffen Rückl
Ludwig Armbruster – von den
Nationalsozialisten 1934
zwangspensionierter Bienenkundler
der Berliner Universität
Eine Dokumentation, Berlin 2007,
Humboldt-Universität zu Berlin,
ISBN 978-3-86004-207-6
Bezug über das Referat
Öffentlichkeitsarbeit der HUB,
Unter den Linden 6, 10099 Berlin,
Tel. 030-2093-2946, Fax -2107,
E-Mail: hu-presse@uv.hu-berlin.de
Erlittenes Unrecht und Wiedergutmachung – wie oft spielen diese Begriffe in Recht und Politik eine Rolle. Aber jeder weiß, dass eine wirkliche „Wiedergutmachung“ meist nicht möglich ist. Zurück bleibt die Tragik,
dass erlittenes Unrecht eben nicht wieder „gut“ gemacht werden kann, sondern, dass man nur die Folgen des Unrechts lindern kann.
Ein Beispiel liefert uns Leben und Schicksal von Ludwig Armbruster (1886 bis 1973). Die Humboldt-Universität zu Berlin gedenkt ihres früheren Professors für Bienenkunde in einer ausführlichen Dokumentation, die Prof. Dr. Steffen Rückl erarbeitet und jetzt vorgelegt hat. Armbruster, der auch katholischer Geistlicher war, hatte Anstand bewiesen, sich nicht den Nazis gebeugt und wurde 1934 seines Amtes als Professor beraubt. Gleich nach Ende des Krieges beantragte er 1945 die Wiedereinsetzung in sein Amt. Jedoch entschied er sich trotz eines Angebotes 1947 nicht für die Rückkehr nach Berlin. Er war über
60 Jahre alt, die Geschichte war fortgeschritten, seine Universität lag im sowjetisch besetzten Teil Berlins. An der Universität Freiburg i. Br. wiederum, an der er studiert hatte, gab es keine angemessene Stelle für ihn, obwohl er sich seit 1945 sehr bemüht hatte.
Steffen Rückl beschreibt in seiner Dokumentation auf der Basis einer wissenschaftlichen Quellenauswertung aus zwölf Archiven und zahlreicher Literatur die ge- nauen Zeitumstände, die Bemühungen, die Einflussnahmen in Armbrusters Schicksal. Der Leser nimmt teil an gelebter Zeitgeschichte; allein der Dokumentenanhang umfasst 92 Seiten. Deutlich wird, dass es kein Schwarz und Weiß gibt.
Auch wenn Ludwig Armbruster 1957 mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse und 1969 auf dem Apimondia-Weltkongress in München mit der Ehrenmitgliedschaft in der Apimondia ausgezeichnet wurde, war ihm doch die Wiedereinsetzung in ein Professorenamt nicht vergönnt.
„Gut“ wurde ihm viel gemacht, aber eine „Wiedergutmachung“ war nicht mehr möglich.
Gilbert Brockmann
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