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Frage & Antwort
Wie füttert man bei einer späteren Vereinigung?
 
Frage:
Einige meiner Völker (auf 2 Räumen) sollen mit neuen Ablegern beweiselt werden. Da die Königinnen im September besser angenommen werden, nehme ich die Umweiselung erst im September vor. Ende Juli hatte ich das Altvolk auf einen Raum gesetzt (die Brut in der unteren Zarge mit Altwaben war unter dem Absperrgitter nach 21 Tagen ausgelaufen).
Wie ist die Einfütterung der Völker nun aber am sinnvollsten zu bewerkstelligen? Wenn man z. B. Altvolk und Ableger mit je 10 l Apiinvert versorgt, hat das neue Volk nach der Vereinigung zwar die erforderlichen Menge an Überwinterungsfutter, nur die Anordnung des Futters ist nach dem Vereinigen nicht optimal. Oder bleibt noch genügend Zeit, dass sich die Bienen ihren Wintersitz entsprechend einrichten und das Futter umtragen? Oder wäre es besser, erst einmal nur 5 l zu füttern und den Rest nach der Vereinigung? Aber nehmen die Bienen das Futter dann noch ab? Wie vereinigt man überhaupt am einfachsten?
Winfried Baumhämmel
Hubertusweg 1, 97638 Mellrichstadt


Antwort:
Eine generelle Vereinigung der Jungvölker mit den Altvölkern kann ich nicht empfehlen. Da hat man sich den ganzen Sommer bemüht, dass die Jungvölker mit möglichst wenig Milben und vielen gesunden Jungbienen aufwachsen, und am Ende des Sommers schmeißt man die gesunden Jungvölker mit den zumindest fragwürdigen Altvölkern zusammen. Ich kenne Imker, die haben so ihren gesamten Bienenstand verloren. Hätten sie Altvolk Altvolk und Jungvolk Jungvolk sein lassen, hätten zumindest letztere noch überlebt.
Etwas anderes ist es, wenn man das eine oder andere Volk mit alter, unbefriedigender Königin mit einem Jungvolk umweiseln will. Dazu braucht man nicht bis in den September zu warten, denn die Umweiselung mittels Ableger funktioniert eigentlich immer gut. Dazu das Altvolk entweiseln, mit 2 bis 3 Lagen Zeitung abdecken. In das Papier mit dem Stockmeißel einige Schlitze stechen und mit kandiertem Honig beschmieren. Wenn nichts anderes zur Verfügung steht, einfach aus einem Futterkranz etwas herausdrücken und auf die Zeitungsschlitze schmieren. Dann den Ableger draufsetzen – fertig!
Günstig ist auch, mit dem Rauch nicht zu sparen. Das jagt die Bienen zusätzlich aufs Futter und macht sie satter und somit friedlicher zur Vereinigung. Jetzt zügig die 20 l Invertzuckersirup einfüttern (18 tun’s auch). Manche Imker empfehlen aus Bequemlichkeit, auf das Abdrücken der alten Königin zu verzichten. Ich habe allerdings schon erlebt, dass die Junge nach der Vereinigung lahmte, weil sie offenbar doch von der Alten, oder deren Anhängerinnen, verletzt wurde.
Wenn Sie, aus welchen Gründen auch immer, den Vereinigungstermin im September bevorzugen, laufen Sie tatsächlich Gefahr, dass Sie das Futter nicht mehr hinein bekommen. Denn Sie haben natürlich völlig Recht, dass die Futteranordnung bei zwei kleineren Einzelvölkern anders ist als bei einem doppelt so starken. Bei uns am Oberrhein hätte ich keine Bedenken, bis Ende September zu füttern. Unter Ihren Klimabedingungen kann es aber ohne weiteres passieren, dass die Bienen das Futter nicht mehr abnehmen. Deshalb würde ich empfehlen, das aufzusetzende Volk mit der Gesamtfuttermenge zu versorgen. Setzen Sie also dem 10-Waben-Jungvolk eine Zarge mit schönen Waben auf. Die mittleren 5 dürfen durchaus schon mal bebrütet gewesen sein, denn die Bienen lieben solche Waben und tragen jetzt kaum noch etwas in Jungfernwaben ein. Füttern Sie dann etwa 15 Liter Invertzuckersirup. Die restlichen 5 l geben Sie dem Altvolk, damit es bis zur Vereinigung keine Not leidet.
Nach der Vereinigung hat das Volk 3 Magazine. Das stört weiter nicht, denn das untere wird im Frühjahr leer sein und kann dann abgeräumt werden. Über das Gerede von Kollegen: „Guck mal, der überwintert jetzt seine Völker auf drei Magazinen“, muss man hinweghören. Viel Erfolg!
Armin Spürgin
Regierungspräsidium Freiburg
Bertoldstraße 43, 79098 Freiburg
armin.spuergin@rpf.bwl.de

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