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Für Sie gelesen |
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Ein Jahr in den Ozark Mountains
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SchirmerGraf Verlag München 2007, Aus dem Amerikanischen von Barbara Heller,
Wissenschaftliche Betreuung
Susanne Warmuth, 240 Seiten,
Preis: 19,80 €
ISBN 978-3-86555-039-2
„In der Stadt nennt man mich die Bienenfrau. Was könnte ich anderes sein“, sagt Sue Hubbell in ihrem Buch „Ein Jahr in den Ozark Mountains“ über sich. Ihre 300 Bienenstöcke stehen über die Hügel des südlichen Missouri verteilt. Sie lebt allein auf ihrer 36 Hektar großen Farm. Neben der Imkerei stellt uns die Autorin ihren Alltag vor, spricht über ihre Lebenserfahrung und beschreibt ihre Naturbeobachtungen. Ihr gelingen fesselnde Schilderungen der üppigen Tier- und Pflanzenwelt. Sie erzählt von Schwarzkehlnachtschwalben wie Kupferkopfschlangen, Opossum wie Rotluchs oder blühenden Tupelobäumen. Als gelernte Biologin kann sie mit Bestimmungsbüchern umgehen. Die exakten deutschen Bezeichnungen sind oft mit lateinischen Namen versehen. Ihr großes Wissen fesselt von der ersten Zeile an. Woran das liegt? An ihrer fragenden, sich vergewissernden Einstellung zur Natur und an ihrer Sprache. Sie ist präzise, souverän und humorvoll. Die Autorin sieht sich als Teil der Natur, nicht als Beherrscherin, und sucht den Ausgleich mit ihr. Das macht sie sympathisch.
Sue Hubbell verschweigt nicht ihre wirtschaftlichen Probleme als Berufsimkerin in Amerika. Sie weiß nicht, wie lange sie noch der südamerikanischen Konkurrenz auf dem Honigmarkt standhalten kann. Aber mit dem ihr eigenen Humor charakterisiert sie ihren Beruf als Imkerin und die Perspektiven: „ Es ist eine ungebärdige, aber harmlose Form der Landwirtschaft, und davon zu leben, hat so einen verwegen-
anarchischen Reiz, dass ich für jede andere Tätigkeit verloren bin, außer vielleicht für Banküberfälle.“ Nein, das ist sie nicht, weiß der Leser, sie schreibt doch in Amerika erfolgreich Bücher. Erfolg ist auch dieser liebenswerten und sorgfältig gemachten deutschen Ausgabe zu wünschen.
Gilbert Brockmann
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