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Frage & Antwort
9/2009: Dreiräumige Überwinterung, ist das nicht nachteilig?
 
Frage:
Im Dezember 2008 hatte mich Fachberater Binder-Köllhofer beim Thema Wabenerneuerung auf das Kirchhainer System aufmerksam gemacht, bei dem das Volk mit drei Zander-Magazinen überwintert wird. Sind dann aber die Beuten nicht viel zu groß bemessen? Können die Bienen darin den Wärmehaushalt überhaupt optimal steuern? Welche Erfahrungen bezüglich Winterausfall oder sonstigen Nachteilen gibt es?
René Ginter
Administration des services techniques de l`agriculture
16, route d`Esch, Boîte postale 1904
L-1019 Luxembourg
Rene.Ginter@asta.etat.lu


Antwort:
In unserer langjährigen Praxis sind uns bezogen auf das Bienenvolk keine Nachteile aufgefallen. Für die Überwinterung sind diese nicht zu erwarten, da die Bienen im Winter niemals den ganzen Beutenraum, sondern nur die Bienentraube heizen! Der Futterverbrauch kann zwar etwas höher ausfallen, dies hat aber damit zu tun, dass das Volk deutlich stärker ein- und ggf. auswintert. Sofern ausreichend Vorräte (18 bis 22 kg) vorhanden sind, ist es unproblematisch.
Die Vorteile sind, dass starke Bienenvölker im Herbst nicht eingeengt werden und damit bienenreicher in den Winter gehen können. Die Winterbienentraube befindet sich überwiegend in der zweiten Zarge. Die „Futterkappe“ legen die Bienen in deren oberem Bereich sowie in der dritten Zarge an. Darin befinden sich helle unbebrütete Waben und ausgebaute Mittelwände, in die das Volk im Spätwinter und Frühjahr hineinwächst.
Allerdings sollte man den Beutenraum dann bereits im zeitigen Frühjahr reduzieren. Um einerseits die ältesten dunkel bebrüteten Waben samt dem unteren Raum zu entfernen und um andererseits den Bienen den Weg zum Flugloch zu verkürzen. Wir empfehlen, die unterste Zarge zwischen dem Hauptreinigungsflug und vor dem Haupteintrag von Pollen (Weidenblüte) zu entfernen. Somit stört man das Volk nicht zu ungünstigen Zeiten und muss nicht die bereits frisch eingetragenen Pollen in den alten Waben verwerfen. Da das Entfernen der untersten ehemaligen Brutzarge in einem engen Zeitfenster liegt, ergibt sich nun allerdings ein arbeitstechnischer Nachteil.
Man sollte einen warmen sonnigen Tag wählen und schnell vorgehen, damit das Brutnest nicht auskühlt. Bewältigen lässt sich dies am besten zu dritt: Zwei heben das Volk an der zweiten Zarge ab und die dritte Person nimmt die unterste Zarge weg und fegt evtl. darin befindliche Bienen in den Boden. Weil viele Imker diese Voraussetzungen im Frühjahr nicht erfüllen können bzw. das Volk im März „zerlegen“ müssten, bin ich in der Beratung dazu übergegangen, die zargenweise Wabenerneuerung im Sommer zu empfehlen – was großen Anklang findet.
Genaueres dazu erfahren Sie im Beitrag 08-03-01 in der Schulungsmappe „Grundwissen für Imker“ sowie im Arbeitsblatt 622 auf http://www.bieneninstitut-kirchhain.de.
Bruno Binder-Köllhofer
Fachberater für Bienenzucht
LLH-Bieneninstitut Kirchhain
Erlenstraße 9, 35274 Kirchhain
Bruno.Binder-Koellhofer@llh.hessen.de

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