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Frage & Antwort
03//2010: Gibt es Alternativen zum gefährlichen Ätznatron?
 
Frage:
Zum Thema „Reinigung und Desinfektion“ in der Februar-Ausgabe meine ich, dass man Ätznatron nur dann verwenden sollte, wenn es tatsächlich eine Infektion zu bekämpfen gilt bzw. man aufgrund von Sanierungsmaßnahmen beim Auftreten von Amerikanischer Faulbrut Keimfreiheit erreichen muss. Ich würde z. B. nicht jedes Rähmchen aus gesunden Völkern nun partout in Ätznatron tauchen, bevor ich es wieder einsetze. Für eine vorbeugende Desinfektion, also die Hygiene-Prophylaxe, genügt auch die Verwendung des weniger gefahrenträchtigen Sodas. Auf die gesundheitliche Gefährdung des Anwenders bezieht sich daher auch meine Frage: Müsste man beim Auskochen der Rähmchen in heißer Ätznatronlauge zum Schutz vor den aufsteigenden Dämpfen nicht eine Atemschutzmaske tragen? Gibt es noch andere Reinigungsmittel?
Philipp Elsässer
Carl-Hilt-Straße 27 A
52134 Herzogenrath


Antwort:
Es ist richtig, bereits Dämpfe von nicht erhitzter Ätznatronlauge (NaOH) führen beim Einatmen zu Schleimhautreizungen im Mund und in der Nase und zu Atemnot. Die Dämpfe einer auf 80 °C erhitzten NaOH-Lauge können zu starken Verätzungen im Hals-, Nasen- und Mundbereich führen. Diese Dämpfe dürfen keinesfalls eingeatmet werden. Geschieht dies doch, ist in Abhängigkeit von der Expositionszeit sofort ein Arzt aufzusuchen. In geschlossenen Räumen müssen diese Dämpfe an der Entstehungsstelle abgesaugt werden. Macht man diese Arbeiten im Freien, ist unter Beachtung der Windrichtung das Einatmen dieser Dämpfe unbedingt zu verhindern. Essen, Trinken und Rauchen sind während der Arbeiten gänzlich zu unterlassen. Die Konzentration von erhitzter NaOH darf niemals über 3 % betragen. Sicher ist derjenige, der bei diesen Arbeiten eine Halb- oder Vollmaske mit einem Kombifilter (A2 B2 E2 K2 P2) verwendet.
Da nach der Gefahrstoff-Verordnung NaOH durch andere Reinigungsmittel ersetzt werden muss, soll hier auf ein Spezialprodukt mit dem Handelsnahmen „Reiniger für Imkereien“ hingewiesen werden. Das phosphat-/silikatfreie und biologisch abbaubare Mittel kann bisher direkt beim Hersteller, der Firma Seewald-Chemie, Max-Planck-Str. 16, 59423 Unna, Tel. 02302-98128-0, bezogen werden (kleinste Menge 12er-Karton mit 1-Liter-Flaschen zum Preis von ca. 3,50 €/Liter). Ein Liter des flüssigen Mittels wird in 50 bis 100 Litern Wasser aufgelöst, so dass eine 0,1%ige Natriumhydroxidlösung entsteht, die im Vergleich zur 3%igen Natronlauge wesentlich ungefährlicher ist. Das Mittel hat auch eine biozide Wirkung und ist für die allgemeine Reinigung und Hygiene-Prophylaxe bestens geeignet. Für die Seuchenbekämpfung (Amerikanische Faulbrut) ist es nicht zugelassen – es liegen noch keine Ergebnisse vor, inwieweit es auch gegen Faulbrutsporen wirkt.
Gerhard Schmidt
Dozent u.Technischer Aufsichtsbeamter
Landwirt. Berufsgenossenschaft Mittel- und Ostdeutschland Gerhard.Schmidt@mod.lsv.de

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