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Frage & Antwort
05/2010: Bienenweide für Bergwiesen, was passt?
 
Frage:
Wir möchten zunächst auf einzelnen Grünlandflächen in Neuenweg im Südschwarzwald ortsständige Wildblumenarten wieder ansiedeln bzw. vermehren und gleichzeitig die Bienenweide damit verbessern. Es handelt sich um kalkarme Magerwiesen, Mähwiesen sowie Weiden mit einer Bodenzahl von ca. 30 in einer Höhenlage von 750 bis 850 m ü. NN, Südwest-Lage und sonnig. Gibt es hierzu eine entsprechende Liste bzw. Empfehlung von angepassten Bienenweide-Pflanzen?
Dr. med. Johannes Böckemühl
Heuweg 24, 79691 Neuenweg


Antwort:
Ihrer Frage entnehme ich, dass die Wiesen und Weiden nur wenige Blütenpflanzen bieten, obwohl doch eigentlich im südwestlichen Baden-Württemberg die artenreichsten und schönsten Wiesen Mitteleuropas vorkommen. Gleichzeitig muss man aber auch bedenken, dass Wiesen nur in absoluten Ausnahmefällen so bunte Blütenmeere darstellen, wie sie einige 1-jährige Blühmischungen bieten. Eine Wiesengesellschaft besteht eben auch aus Gräsern und Kräutern mit weniger auffallenden Blüten – eine Wiese ist ein komplexer „Organismus“.
Kommen wir aber zurück zu Ihren Flächen. Möglicherweise sind die Flächen intensiv genutzt und aufgedüngt, dann sollte über eine Extensivierung der Nutzung nachgedacht werden. Oder falls die Flächen Verbrachungstendenzen zeigen, dann muss die Nutzungsintensität erhöht werden. Grundsätzlich muss man sagen, dass die floristische Aufwertung von bestehendem Grünland zu den schwierigsten und langwierigsten Maßnahmen zur Schaffung blühender Landschaft gehört. Das soll Sie aber bitte nicht davon abhalten, es in Angriff zu nehmen, denn gleichzeitig ist die Entwicklung bunter vielfältiger Wiesenvegetation die nachhaltigste und wertvollste Maßnahme für Ihre Bienen und den Naturschutz. Grünlandaufwertung gelingt am besten, wenn bereits abgemagerter Boden vorhanden ist. Leichte Bodenöffnung (z. B. Grubber) erleichtert neuen Samen die Kolonisierung der Fläche. Die naturschutzfachlich beste Methode für größere Flächen ist das Heudrusch- oder Heumulch-Verfahren. Hierbei werden ausgewählte Spenderflächen zur Zeit der Samenreife abgemäht und das Mäh‑/Druschgut auf die Empfängerfläche verbracht (Absprache mit dem Flächen­inhaber nötig!). Alternativ für kleinere Flächen könnte man selbst per Hand Wildsamen ausbringen, die entweder selbst gesammelt (regionale Spenderflächen wie beim Heudrusch) oder von einem der Wildsamenspezialisten (Verband deutscher Wildsamen- und Wildpflanzenproduzenten e.V. – www. natur-im-vww.de) bezogen werden. Hier gilt es jedoch, besonders auf autochthones (gebietseigenes) Saatgut zu achten. Die Ausbringung der Samen auf vorbereitete Streifen oder Inseln im Grünland, von wo sich die angesalbten Arten ausbreiten können, ist die erfolgversprechendste Vorgehensweise.
Bevor Sie jedoch solche Maßnahmen beginnen, sollten Sie einmal Kontakt mit der Unteren Naturschutzbehörde Ihres Landkreises suchen, um alle rechtlichen und naturschutzfachlichen Gesichtspunkte zu besprechen, denn die Ausbringung von Wildpflanzensaatgut unterliegt strengen gesetzlichen Anforderungen. Vielleicht wäre es sogar sinnvoll, einen Botaniker über die Flächen schauen zu lassen, ob sie das Potenzial haben und es überhaupt sinnvoll ist, eine Aufwertung durchzuführen.
Holger Loritz,
Netzwerk Blühende Landschaft,
www.bluehende-landschaft.de  

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07.09.2010 00:54 Uhr
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