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Praxisfragen
08/2010: Was zeichnet Futtersirupe aus?
 
Frage:
In einem Imkerforum im Internet habe ich von einem erfahrenen Kollegen gelesen, dass er nur noch Weizensirup HF 1575 füttert. Das wäre garantiert aus nicht genmanipuliertem Weizen. Es gäbe kein Auskristallisieren und das Futter wäre lange haltbar, auch wenn es offen steht. Es sollte jedoch nicht verdünnt werden. Da es geruchsfrei sei, löse es auch bei Trachtlosigkeit keine Räuberei aus. Es stimuliere die Bau- und Bruttätigkeit mehr als andere Futtermittel, weshalb es für Kunstschwärme nach der Honigernte besonders günstig sei. Es sei sehr ergiebig – 1 Liter Sirup entspräche 1 kg Zucker, und es sei sehr preisgünstig. Nun würde ich gerne wissen, ob dies alles zutrifft.
Steffen Beil, steffenbeil@googlemail.com

Antwort:
Mit dem speziellen Produkt habe ich selbst keine Erfahrung, grundsätzlich kann aber die Zuckerartenzusammensetzung derartiger Futtersirupe sehr unterschiedlich sein. Auch Api-Invert und andere Futtersirupe kristallisieren nicht aus und sind lange haltbar. Im Gegensatz zum Zuckerwasser ist der Zuckergehalt der Sirupe mit 73 – 77 % Trockensubstanz so hoch, dass er konservierend wirkt – daher auch nicht verdünnen.
Dass ein geruchloses Futter keine Räuberei auslösen kann, stimmt nicht. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Bienen es wahrnehmen, und dann geht es „rund“! Dass es die Bau- und Bruttätigkeit stärker stimuliert, ist zu bezweifeln. Da es wie alle Sirupe fast keine Umarbeitung erfordert, lagern es die Bienen nur ein. Stimulierend wirken vor allem die Futtermittel, mit denen sich die Bienen länger beschäftigen – also z. B. Zuckerwasser 1 : 1.
Richtig ist, dass derartige Futtersirupe ein gutes Preis-Leistungsverhältnis haben – hier muss man die aktuellen Preisangebote vergleichen (Siehe auch Aktualisierungsbeitrag für Schulungsmappe „Grundwissen für Imker“ in der Heftmitte der August-Ausgabe).
Bruno Binder-Köllhofer

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07.09.2010 00:54 Uhr
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