Frage: Welche Rähmchenanordnung bei der Magazinimkerei ist die optimale für die Bienen sowie für den Imker? Welche Vor- bzw. Nachteile hat Querbau (Warmbau) im Vergleich zu Längsbau (Kaltbau) der Waben in Bezug auf das Flugloch gesehen?
Rolf Druen
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Antwort: Diese Frage wird immer wieder gestellt, vor allem von Imkern, die Kunststoffbeuten im Deutsch-Normal-Maß mit 11 Rähmchen haben. Aufgrund der quadratischen Bauweise besteht bei diesen die Möglichkeit, die Waben sowohl längs als auch quer zum Flugloch zu stellen. Ich empfehle: Stellen Sie sie längs zum Flugloch.
Längsbau weltweit führend
Bei den Rähmchengrößen, die weltweit am meisten Verwendung finden, nämlich Langstroth und Dadant, stellen sich diese Fragen überhaupt nicht, ebenso nicht bei dem in Deutschland am weitesten verbreiteten Zanderrähmchen: All diese aufgeführten Rähmchen sind liegende Rechtecke (Langstroth, Zander) bzw. so groß (Dadant), dass Querbau die Brutnesterweiterung und die Futterablagerung und -erreichbarkeit, vor allem bei einräumiger Überwinterung, behindern würde.
Was ist optimal
für die Bienen?
Das Brutnest sitzt in der Regel immer fluglochnah, die Vorräte werden fluglochfern entweder hinter oder über dem Brutnest abgelagert. Beim Längsbau sind alle Wabengassen leicht vom Flugloch aus erreichbar. Die Bienen haben im Winter einen Zehrweg längs der Wabe und müssen keine Waben und Wabengassen übersteigen, um an die Futtervorräte zu gelangen, was besonders bei einräumiger Überwinterung entscheidend ist.
Was ist optimal
für den Imker?
Längsbau ist auch für den Imker praktisch, wenn die Völker in Zweier-Gruppen und nicht in eng gepackter Reihe stehen, was, nebenbei gesagt, die Bearbeitung deutlich erleichtert. So kann man die Durchsicht der Waben von der Seite erledigen, und beide Arme sind gleichmäßig belastet.
Ungünstiger ist die Reihenaufstellung, weil man dann bei Längsrichtung jeweils mit einem Arm nach vorne greifen muss.
Querbau hat beim Ankippen von hinten für Imker und Bienen zwei entscheidende Nachteile: Selbst Rähmchen mit Hoffmannsseitenteilen schwenken nach vorne, die Sicht in die Wabengassen zur Schwarmkontrolle ist stark behindert, und zudem können Bienen bzw. eventuell auch die Königin gequetscht werden.
Probleme beim Querbau
Besonders bei einräumiger Überwinterung bei Magazinkästen, aber auch bei Trogbeuten, bekomme ich immer wieder die Frage gestellt, warum das Volk verhungert ist, obwohl noch genug Futter im Kasten war. Meist stellt es sich dann so dar, dass das Volk nach einer kurzen, warmen Wetterphase das Brutnest etwas weiter vom Futter entfernt angelegt hat und durch einen Frühjahrswetterrückschlag die Bienen dicht auf der Brut sitzen und diese wärmen: Der Kontakt zur übernächsten Futterwabe, die über eine Wabengasse hinweg erfolgen muss, ist abgerissen, das Volk verhungert, nur wenige Zentimeter vom rettenden Futter entfernt. Bei Längsbau tritt dies fast nie auf, weil sich auf der Brutwabe selbst noch Futterreste befinden.
Tipps für Querbau
- Möglichst zweiräumig überwintern, dann ist immer ausreichend Futter über dem Brutnest!
- Das Flugloch rechtzeitig im Spätsommer zu einer Seite verlegen, das Brutnest wandert dann mit, und
Futtervorräte werden seitlich, entgegengesetzt zum Flugloch, gelagert.
- Generell ist auch wichtig, dass oberhalb der Waben ein Abstand von 6 mm besteht, um das Überqueren zu erleichtern.
Zitat:
„Nur insofern ist zwischen brut- und brutloser Zeit ein wichtiger Unterschied, als die Brutnestentwicklung nicht nur in Gassenrichtung, sondern auch quer dazu von Wabe zu Wabe fortschreitet, die Wintertraube aber nur den Wabengassen folgt, je nach Beutenart aufwärts oder rückwärts, also in der Regel nicht über die Waben hinwegwandert. Jeder strenge Winter zeigt mit aller Deutlichkeit, wie schwer es für die Randbereiche der Traube ist, über die Waben hinüber den Zusammenhang mit der Hauptmasse des Volkes zu erhalten.“
Quelle: Zander/Böttcher: Handbuch der Bienenkunde 5. Haltung und Zucht der Biene (1971), Kap. B: Die Bienenwohnung, zwei Eigenschaften einer brauchbaren Beute, g) Kaltbau – Warmbau, S. 59.
Bruno Binder-Köllhofer
Fachberater für Bienenzucht
Erlenstraße 9, D-35274 Kirchhain
bzbinder@Mailer.Uni-Marburg.de