Zum Beitrag "Der Kleine Bienen-Beutenkäfer in Australien", Heft 2/2003, S. 2
Frage: Es ist noch gar nicht so lange her, da wurden in der Imkerzeitschrift Paketbienen aus Neuseeland angeboten. Auch damals wurde schon vor dem Beutenkäfer gewarnt. Erfolglos, die Bienen kamen dann über Frankreich zu uns. Ich denke, dass Dr. Ritter damals schon Experte für Bienenkrankheiten des internationalen Tierseuchenamtes war. Warum kann ein internationales Amt in Verbindung mit dem D.I.B. nichts dagegen unternehmen?
Die gleiche Firma, die damals die Paketbienen anbot, hat in der Februarausgabe 2003 wieder eine Anzeige geschaltet. Nicht wegen Paketbienen, aber mit Abkürzungen, die kein Mensch verstehen kann. Ich frage mich: Verstecken sich dahinter wieder verdeckte Einfuhren?
Wenn der Käfer erst einmal bei uns ist, nützt das Geschrei auch nichts mehr.
Haben wir schon vergessen, wie die Varroa zu uns gekommen ist? Nach allem, was ich bis jetzt über diesen Käfer gelesen habe, ist die Varroa dagegen ein Kinderspiel!
Hanns Neugebauer
Flenklweg 14, 94139 Breitenberg
Antwort: Der Deutsche Imkerbund und die Arbeitsgemeinschaft der Institute für Bienenforschung e.V. haben sich schon lange gegen die Einfuhr von Bienen, insbesondere aus den USA, ausgesprochen. Inzwischen warnen wir grundsätzlich vor Importen aus Übersee (s. o. g. Beitrag).
Denn niemand weiß, wie schnell sich der Käfer über Australien oder neuerdings auch über Ägypten weiter ausbreitet.
Nicht überall wird intensiv nach ihm gesucht. Hoffen wir, dass uns noch einige Jahre Zeit bleiben werden, um chemiefreie Gegenmaßnahmen zu finden.
Der Deutsche Imkerbund hat inzwischen über die Gruppe „Bienenzucht“ in der COPA/COGECA in Brüssel auf diese Gefahren hingewiesen. Diese Gruppe fordert zusätzliche Sicherungsmaßnahmen bei Bienenimporten (s. D.I.B.-Mitteilungen Märzheft). Weiterhin habe ich als Beirat für Bienenkrankheiten des Deutschen Imkerbundes bei der Anhörung im Bundesministerium für Verbraucherschutz auf diese Problematik hingewiesen.
Es wurde uns zugesichert, dass man sie erneut im Veterinärausschuss in Brüssel behandeln wird. Dieser ist u. a. für Importfragen auf EU-Ebene zuständig.
Zur aktuellen Kampagne Bienen-Beutenkäfer siehe Mittelteil dieser Ausgabe – daran kann sich jeder beteiligen.
Dr. Wolfgang Ritter
Am CVUA-Freiburg
Am Moosweiher 2, 79108 Freiburg
ritter@bienengesundheit.de