Frage: Die Arbeit mit den Bienen macht mir nur mit bloßen Händen Freude. Handschuhe behindern nur, und man hat kein Gefühl. Logische Folge hieraus sind mit Wachs und vor allem Propolis verschmierte Hände, welche für meinen Schreibtischjob nur mit heftigen Rubbelaktionen in einen annehmbaren Zustand zurückversetzt werden können. Wissen Sie vielleicht ein hautverträgliches Mittel, um ohne große Mühen wieder zu sauberen Fingern zu kommen?
Franz-Xaver Meggle
Wies 2a, 87675 Stötten a. Auerberg
Antwort: Früher haben wir die Hände mit Spiritus gereinigt und anschließend mit Seife gründlich gewaschen. Nach einigen Jahren hat sich gezeigt, dass dabei die Haut sehr stark angegriffen wird und auch eine Allergie entstehen kann. Dann haben wir auf den Alkohol verzichtet und nur mit Wasser und Seife plus einem Kupfer-Topfreinigungstuch gearbeitet. Das geht recht gut, hat aber den Nachteil, dass bei täglich mehrmaliger Reinigung die Haut ebenfalls stark strapaziert wird.
Gute Ergebnisse erziele ich mit „Manugel“ von der Fa. Aral. Es wird allerdings nur in 3-Liter-Gebinden zu einem Preis von etwas über 30 Euro gehandelt. Man erhält es im Werkstattbedarf, wenn dieser Aral-Produkte führt oder bei www.apishop.de.
Neu im Versuch habe ich eine Handwaschpaste der Fa. Würth, die speziell für Harze und Lacke entwickelt wurde. Sie funktioniert recht gut und ist in handlichen Tuben abgefüllt – ist aber sehr teuer und außerdem nur bei der Firma Würth zu bekommen, die ausschließlich Handwerker beliefert. Wenn Sie einen Metall-Handwerker kennen, sollten Sie den fragen.
Beide Pasten (Manugel = geleeartig, Würth = cremeartig mit Sandeinmischung) müssen auf die trockenen Hände gegeben und gut einmassiert werden. Hat sich das Propolis gelöst, spült man mit Wasser ab und wäscht ggf. mit Seife nach. Alle Hautreinigungen bedeuten eine gewisse Strapaze für die Haut. Deshalb ist das Einreiben (vor der Arbeit und nach dem Waschen) mit einer Hautcreme zu empfehlen.
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Armin Spürgin
Fachberater für Imkerei
Fürstenbergstr. 17, 79102 Freiburg
Armin.Spuergin@allbfr.bwl.de
Tipps von Lesern
* In der Apotheke erhältliches normales Handdesinfektionsmittel entfernt Propolis von den Händen. Die Wirkmechanismen: Der in dem Desinfektionsmittel enthaltene Alkohol und andere Substanzen lösen Propolis und Wachs gut auf. Die Wachse vermischen sich mit den ebenfalls enthaltenen Hautschutzmitteln und verteilen sich gemeinsam auf den Händen: So habe ich saubere und gleich auch gepflegte Hände, im Gegensatz zum Einsatz reiner Alkohole: Dort bleibt ausgetrocknete raue und oft auch juckende Haut zurück. Die erforderliche Menge beträgt 3 bis 5 ml pro Anwendung für beide Hände.
A. Luckner,
Tengen im Hegau
* Probieren Sie mal die Waschpaste von Aldi. Sie ist allerdings nicht immer im Sortiment, aber superbillig, sehr hautfreundlich und wirkt hervorragend.
Christoph Huber
Imkerverein Oberkirch
* Seit mehr als 20 Jahren benutze ich Nagellack-Entferner, den man in jedem größeren Drogeriemarkt relativ preiswert kaufen kann. Ich tupfe dazu ein paar Tropfen auf einen Watte-Pad und wische mir damit die Kittharzspuren einfach weg. Bei stärkeren Verschmutzungen wiederhole ich dies mehrmals. Da der Nagellack-Entferner Aceton enthält und die Haut auslaugt, verteile ich anschließend zur Rückfettung etwas Handcreme auf den Hautflächen. Vielleicht ist die Methode für Menschen mit empfindlicher Haut weniger geeignet?
Gerhard Draws, Rüber
* Ich habe vor Jahren die „Walsroder-Handreinigungscreme“ ausprobiert und bin dabei geblieben. Laut Gebrauchsanweisung entfernt sie Farben, Lacke, Fette, Öle, Teer und Bitumen – und damit auch Propolis –, ohne die Haut anzugreifen. Die Creme wird in die trockenen Hände eingerieben, wobei feiner „Schleifsand“ und stark reinigende natürliche Öle sanft die Verschmutzungen lösen. Danach werden die Hände einfach abgewischt oder abgewaschen. Ich beziehe sie von einem Schweizer Imkereibedarfshandel, sie müsste aber auch in der Drogerie oder im Farbenhandel erhältlich sein.
Dietrich Veigel, Jestetten
* Ich verwende seit Jahren beim Arbeiten an den Bienen und beim Schleudern Latex-Untersuchungshandschuhe. Sie behindern nicht und vermindern auch das Fingerspitzengefühl nicht. Erhältlich sind sie in jedem Sanitätshaus im Pack zu 100 Stück. Besonders im auslaufenden Sommer muss man so seine Hände nicht mühevoll von Propolisbelägen befreien.
Herman Bauer, Idar-Oberstein
* Wie Propolis Haut schonend abgeht, weiß ich nicht. Ich vermeide von vornherein, es an die Finger zu bekommen. Eigentlich war dieses nur ein Nebeneffekt – ich wollte mich vor Bienenstichen schützen und hatte auf Latex-Handschuhe umgestellt – die Lederhandschuhe waren einfach zu grob.
Positive Erfahrungen: Propolis freie Finger, Gefühl für die Bienen, Stichschutz weitestgehend vorhanden (es ist ulkig, wenn man einer Biene zusieht, die stechen will und sich krümmt, aber keinen Halt findet), hygienisch (als BSV gehe ich damit auch an fremde Völker). Es gibt die Handschuhe auch Talkum frei, das macht sie für Allergiker geeigneter.
Nachteile: Ich schwitze darin stark. Vor allem im Sommer läuft das Wasser so richtig heraus, dann steigt der Verbrauch. Beim Wechsel vom Arbeiten am Bienenvolk zur Schleuder muss man die Handschuhe ausziehen und die Hände waschen.
Alois Bredel
* Früher hatte ich mit Propolis an den Händen auch so meine Schwierigkeiten. Waschpasten, Handreinigungscreme, Nagellackentferner u.s.w. waren nicht zufrieden stellend. Seit ca. 5 bis
6 Jahren verwende ich einfaches Melkfett – und das mit bestem Erfolg. Bevor ich an den Völkern arbeite, creme ich die Hände damit ein. Durch das Melkfett haftet das Propolis wenig oder nur leicht an den Händen und ist mit Seife rückstandsfrei zu entfernen.
Heinrich Daupel
Taubenweg 7, 35274 Kirchhain