Frage: Wie bringe ich überzählige Waben, die voller Pollen sind, über den Winter, damit sie nicht schimmeln?
Walter Hirschauer
Eichbergstraße 15, 86935 Rott
Walter@Hirschauer-rott.de
Antwort: Um Pollenwaben zu konservieren, werden sie zuerst mit einer Honig- oder Zuckerlösung besprüht und anschließend mit Puderzucker bestreut. Man verwendet dafür am besten einen in der Küche üblichen Puderzuckerstreuer oder ein Mehlsieb.
Durch die Honig- oder Zuckerlösung haftet der Puderzucker besser. Auf diese Weise kann er den Pollen sowohl vor Schimmel als auch vor der Pollenmilbe schützen (siehe auch ADIZ/db/IF Heft 09/2001).
Eine solche Konservierung ist aber nur sinnvoll, wenn man den Pollenvorrat von einer Zeit des üppigen Angebotes in eine magere Zeit überführen möchte. Im Herbst ist das Pollenangebot eher geringer als im Frühjahr. Warum also gerade dann den Völkern den Pollen entziehen, um ihn während des Massenangebotes wieder zuzuführen? Dagegen kann es vorteilhaft sein, Pollenwaben vom Frühjahr für den Herbst aufzubewahren.
Folgenden Umgang mit überzähligen Pollenwaben zur Zeit der letzten Honigernte schlage ich daher vor:
- Hellbraune kommen sofort wieder
in die Völker.
- Dunkle oder solche mit Baufehlern sortiert man aus und schmilzt sie ein.
- Damit man sich leichter von alten Waben mit Honig- oder Futterecken trennt, diese einfach ausschaben und rein in den Futtertrog.
Pollenbedarf besteht oft schon im Winter, da beginnen die Bienen mit dem Brüten und brauchen den Vorrat. Man sagt: das Wintervolk benötigt für jede zu erbrütende Biene je eine Zelle Pollen und eine mit Honig.
Also die Waben noch mal prüfen und die hellbraunen schnell rein in die Völker. Man fügt sie dort ein, wo erfahrungsgemäß die erste Brut angelegt wird. Bei zweiräumigen Völkern werden sie als dritte und siebte oder als zweite, fünfte und achte Wabe eingestellt. Bei Einräumigen können die Vorratswaben als dritte und siebte eingestellt werden.
Nach der Zugabe der Pollenwaben muss noch zugefüttert werden, damit auch hier der Pollen konserviert wird. Achtung: Die Völker müssen noch stark brüten, sonst tragen sie die Zufütterung in die eben leer gewordenen Brutzellen. Doch die sollen für den Sitz der Wintertraube frei bleiben.
Werner Gekeler, Imkermeister
Sternbergstraße 14
72525 Münsingen