Frage: Eine Honigkundin kauft bei mir Bienenwachs (Mittelwände) zum Auflegen auf die Brust gegen Erkältungen. Gibt es dazu Erkenntnisse oder irgendwelche Aufzeichnungen?
Erwin Schuch
Haselweg 3, 55743 Idar-Oberstein
Antwort: Das Bienenwachs entfaltet seine wohltuende Wirkung, ohne dass der Gesetzgeber gefragt werden muss, ob er es erlaubt.
Bienenwachsauflagen werden von der Volksheilkunde gegen Erkrankungen der Atemwege sowie rheumatische Schmerzen in Gelenken eingesetzt. Allerdings sollten sie nicht aus Fabrik-Mittelwänden hergestellt werden, weil diese möglicherweise mit Rückständen aus der Varroa- und Wachsmottenbehandlung kontaminiert sind. Empfindliche Körper reagieren darauf mit Hautausschlägen und Hustenanfällen. Wer beim Imker von nebenan statt guten Glaubens, „saubere Ware“ zu erhalten, mit kontaminierter Ware bedient wird, könnte ihn zu Schadenersatz zwingen.
Obwohl keines meiner Bienenvölker jemals mit einem belastenden Mittel gegen Milben und Motten in Berührung kam, verwende ich für Wachsauflagen nur Entdeckelungswachs. Das wird in Mittelwände gegossen und auf das Format von ca. 15 mal 21 cm zurechtgeschnitten. Aufwendig ist die Beschaffung eines unbelasteten Tuches aus Baumwolle oder Leinen. Das schneidet man so zurecht, dass überall etwa 4 bis 5 cm über die Wachsplatte überlappen. Nun legt man eine davon auf glattes Holz (Olive), nimmt Großmutters Plätteisen von der Herdplatte und zieht es bei höchstens 60 °C über die Wachsoberfläche. Blitzschnell kommt nun das Tuch darauf, wird ebenfalls angeplättet und dann folgt die zweite Wachsplatte, die mit sanftem Druck auf das Leinen gewärmt wird. Das Tuch gibt der Wachsauflage den Halt. Man kann sich die Wachsauflage auch in eine Edelstahlform gießen.
Das verwendete „naturbelassene“ Wachs enthält Propolis, Honig und Pollenöl. Es wird mit Wärmflasche oder Fön auf höchstens 60 °C gebracht und direkt auf die pflegebedürftigen Stellen aufgelegt. Es soll „kleben“. Man deckt ein wollenes Tuch darüber und hält es mit einer Wärmflasche bei Temperatur. Die sanfte Methode erfordert die Mitwirkung des Hilfesuchenden. Er soll eine bis drei Stunden still und entspannt liegen. Nach der Behandlung trägt man Wolle. Nora Müller aus Frickingen setzt die Wachsauflage auch kalt gegen Juckreize und Entzündungen ein. Die Wachsauflage kann 40 bis 50 Mal wiederverwendet werden. Die von mir beschriebene Herstellung der Wachsauflage erfordert als gerechte Entlohnung etwa 10,– Euro.
J. Ecke
Lindenallee 11
46446 Emmerich