Frage: Wir wohnen an einem Nordhang im Westerwald, und hier ist es sonst ziemlich kalt. Vor drei Tagen hatten wir in der Nacht noch Frost. Haben die Bienen jetzt doch noch Brut?
Udo Kilimann
Kürkölner Straße 54a
57614 Burglahr-Heckerfeld
Antwort: Die Standortbedingungen, der Witterungsverlauf und das Trachtangebot steuern in Abhängigkeit von volksinternen Vorgängen den Brutverlauf. Bei anhaltendem Frost (Tag und Nacht) ohne Flugmöglichkeiten kommt das Brüten nach etwa 12 Tagen zum Erliegen. Nachtfröste alleine halten die Bienen dagegen kaum davon ab, noch zu brüten. Vor allem wenn sie tagsüber Pollensammelflüge machen können.
Die brutfreie Zeit kann bei uns schon im Oktober beginnen und auch einmal bis Februar anhalten. Allerdings ist eine so lange zusammenhängende brutfreie Zeit äußerst selten. Für das Volk stellt Brutfreiheit nämlich ein hohes Risiko dar, denn beim Verlust der Königin kann es keine neue nachziehen. Deshalb nutzt es milde Witterungsphasen zum Brüten, wenn auch in sehr kleinem Umfang.
Unserem diesjährigen Witterungsverlauf zufolge hat es bei den Völkern schon im Oktober und Anfang November eine brutfreie Zeit gegeben. An wärmeren Standorten mit Pollenangebot haben manche Völker wieder zu brüten begonnen. Eine endgültige Antwort auf Ihre Frage kann nur eine Kontrolle geben, was ja auch sehr schnell gemacht ist..
Imkermeister Werner Gekeler
Sternbergstraße 14
72525 Münsingen