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Praxisfragen |
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Wie setzt man ein Bienenvolk auf ein anderes Wabenmaß um?
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Frage:
Von mehreren Imkern liegt uns die Frage vor, wie man am besten ein (zugekauftes) Volk auf ein anderes (das eigene) Wabenmaß umsetzt. Wann ist hierfür der beste Zeitpunkt, und welche Alternativen gibt es?
Antwort: Der Aufwand, Völker auf ein anderes Wabenmaß umzusetzen oder umzuschneiden, wird immer wieder überschätzt. Dies führt häufig zu einem Wabensammelsurium oder zur Nichtübernahme von Völkern mit anderen Wabenmaßen. Es ist jedoch ein Kinderspiel, wenn man es zum richtigen Entwicklungsstand der Völker macht und gut vorbereitet ist.
Zwei Methoden zu zwei unterschiedlichen Zeitpunkten sind empfehlenswert: Das Umschneid-Verfahren im zeitigen Frühjahr (Stachelbeerblüte) und die Flugling-Bildung nach Trachtende, etwa in der letzten Julidekade. Beim ersteren sollten die Völker trotzdem rechtzeitig ihre Trachtreife erreichen, während sich die Fluglinge zu überwinterungsfähigen Einheiten entwickeln müssen.
Umschneide-Verfahren
Benötigt werden: Leerrähmchen sowie Rähmchen mit eingelöteten Mittelwänden, Aktengummis, scharfes Messer, Arbeitsplatte mind. 50 3 50 cm.
Vorgehensweise: An den bisherigen Platz des Ursprungsvolkes kommt die neue Beute. Zur Orientierung der Flugbienen kann man die Flugfront in Farbe und Höhe ähnlich der alten gestalten.
Neue Beute mit 5 Mittelwandrähmchen bestücken und auf diese die Bienen der Brutwaben abkehren – zur Zeit der Stachelbeerblüte sind es meist nur 5 bis 6 Brutwaben. Die nun leeren Waben auf der Arbeitsplatte aus den Rahmen schneiden – im Honig/Futterkranzbereich fließt etwas Honig – in die neuen Rähmchen einpassen und mit mehreren Aktengummis fixieren. Die Mittelwände in der Beute jeweils an den Rand rücken, in die Mitte die Brutwaben geben – bei zweiräumigen Völkern unten Brutwaben und oben Mittelwände.
Schließlich restliche Bienen aus der alten Behausung abstoßen und zum Schluss mit mindestens 5 Litern Invert- oder einer 3:2-Zuckerlösung füttern.
Gute Futterwaben im alten Wabenmaß können ebenfalls umgeschnitten oder, besser noch, so in der Beute platziert werden, dass die Bienen sie leertragen.
Bewertung: Man hat mit wenigen Schnitten und einem einzigen Arbeitsgang alles erledigt. Durch das Trachtangebot in dieser Zeit gibt es kaum Räuberei. Die Aufwärtsentwicklung der umgesetzten Völker wird nicht beeinträchtigt bzw. durch die Fütterung gefördert.
Flugling-Bildung
Benötigt werden: neue Beute mit Mittelwänden, Leerzarge, weitere Leerzarge mit Boden und Deckel.
Vorgehensweise: Alte Beute wegstellen und durch neue ersetzen (Flugfront siehe oben). Auf die neue, mit Mittelwänden ausgestattete Beute die Leerzarge stellen. Dort hinein Wabe für Wabe die Bienen abkehren bzw. abstoßen. Werden im mittleren Bereich (Längsbau) Rähmchen mit Anfangsstreifen eingestellt, beginnt der Flugling dort die erste Bautraube.
Die bienenfreien Waben bienendicht in der Leerzarge mit Boden und Deckel verstauen. Honig- oder Brutwaben mit guter Qualität lassen sich in einem bienendichten Raum umschneiden und dem Flugling oder anderen Völkern zugeben.
Sind alle Waben abgestoßen, neue Beute schließen und das Volk wie beim Umschneid-Verfahren gleich flüssig füttern. Und zwar so lange, bis alle Mittelwände ausgebaut sind.
Bewertung: Die Flugling-Bildung hat den Vorteil einer vollständigen Volksverjüngung, die sich günstig auf die Überwinterung auswirkt. Allerdings muss sie so frühzeitig vorgenommen werden, dass eine Brutausdehnung von gut fünf Brutwaben erreicht und damit ein starkes Wintervolk gebildet wird.
Ein weiterer Vorteil ist, dass sie nach Trachtende geschieht und damit mit einer Varroabekämpfung verknüpfbar ist (z. B. Besprühen der abzustoßenden Bienen mit Milchsäure sowie Einschmelzen der Brut bei erhöhtem Varroabefall).
In der trachtarmen Zeit besteht allerdings Räubereigefahr. Nachteilig ist auch der relativ große Brutumfang zu dieser Zeit.
Imkermeister Werner Gekeler
Sternbergstraße 14
72525 Münsingen
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