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Imker fragen Experten |
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Wie lassen sich Futtertröge abdichten?
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Frage: In den Deckeln meiner Trogbeuten sind Holzfächer zum Füttern der Bienen mittels Flüssigfutter eingearbeitet. Womit kann ich die Holzfächer streichen, damit
die Fugen wieder dicht sind,
das Holz wasserabstoßend ist und
in gesundheitlicher Hinsicht keine Nachteile zu erwarten sind?
Adi Hoyer, Leitelstraße 19a
82467 Garmisch-Partenkirchen
Antwort: Wenn sich die Holzfächer zur Fütterung herausnehmen lassen, kann ich Ihnen zu einer Methode raten, die ich selbst praktiziere:
- Verflüssigen Sie Bienenwachs und gießen den Futtertrog etwa
1 bis 2 cm voll.
- Schwenken Sie dann das Ganze, damit das Wachs auch in die Ecken gelangt und dabei den Boden und die Wände weiter erwärmt – nur so haftet es.
- Anschließend gießen Sie die überschüssige Menge wieder in den Schmelztopf zurück.
Das Bienenwachs bildet so einen Überzug und dringt in die Leckstellen ein. Eine Nachbehandlung ist meist erst nach mehreren Jahren wieder notwendig.
Zum kurzfristigen Abdichten wird von manchen Imkern auch „Fassdichte“ verwendet (im Winzerbedarfshandel erhältlich). Diese hat den Vorteil, dass sie auch bei einem nicht fettfreien oder feuchten Untergrund abdichtet. Sie lässt sich mit den Fingern von innen über die undichten Stellen streichen und ist sicherlich aus hygienischer und gesundheitlicher Sicht ebenso unbedenklich wie Bienenwachs.
Lacke wie z. B. Polyesterlack oder Kelterlack benötigen einen absolut fett- und wasserfreien Untergrund, sonst haften sie nicht. Zudem bilden sie nur eine dünne Schicht, so dass gerade die undichten Eck- und Kantenbereiche oft nicht genügend damit gefüllt werden. Sie eignen sich dann, wenn man die Futtertröge gleich von Anfang an damit einstreicht.
Folgende weitere Tipps erhielt ich noch von den Imkerfachberatern:
Bruno Binder-Köllhofer (Kirchhain):
Beim Neubau von Futtertrögen die Verbindungsstellen anstatt mit Leim mit Silicon bestreichen bzw. ausspritzen.
Armin Spürgin (Freiburg):
Als Alternative zur Wachsmethode kann man, besonders bei Futtertaschen, auch einen Polyäthylen-Beutel (Gefrierbeutel) verwenden, der den Innenraum des Futtergeschirres gut ausfüllt. Die Beutel müssen jedoch gelegentlich erneuert werden.
Man kann die Futtergeschirre auch mit Druckerfolien ausschlagen und mit Kelterlack streichen, um Korrosion zu verhindern oder zumindest hinauszuzögern.
Folgenden weiteren Tipp schickte
Helmold Kausche, München:
Das im Oktoberheft beschriebene Abdichten von Holzfuttertrögen mit Bienenwachs ist meines Erachtens unvollständig. Die Futtergeschirre werden nicht sehr lange dicht halten. Besser bewährt hat sich bei meinem Vater und mir folgende Methode:
Das Bienenwachs wird erhitzt, bis es dünnflüssig ist, eventuell mit etwas Stearin versetzt, um später eine härtere Schutzschicht zu erhalten. Mit einem Pinsel wird dann das Bienenwachs auf das trockene Holz aufgetragen und sofort oder besser gleichzeitig mit einer Lötlampe ins Holz "eingebraten". Bei zu intensiver oder zu lokaler Erhitzung kann man auch von "einbrennen" sprechen. Das Holz sollte sich jedoch noch nicht verfärben, sonst besteht die Gefahr, dass sich das Wachs entzündet. Deshalb führt man diese Arbeiten nur im Freien abseits brennbarer Materialien durch und stellt sicherheitshalber einen Eimer Wasser griffbereit. Das Arbeiten mit dem Pinsel in einer Hand und der Lötlampe in der anderen erfordert natürlich etwas Übung und sollte erst an ein paar Brettchen erprobt werden.
Auf diese Weise habe ich meine selbst gebauten Holzfutterkisten innen behandelt. Dabei läuft das überschüssige, an den Wänden hängende Wachs in die Ecken und Ritzen. Es dringt in die Oberfläche des Holzes ein und verbindet sich mit diesem, so dass eine sehr gut haftende, jahrelang haltbare wasserdichte Wachsschutzschicht die Innenwände der Futterkisten auskleidet.
Tipp: Mein Vater hat auf diese Weise 1948 sein Bienenhaus außen imprägniert. Nach 50 Jahren war kein einziges Brett verfault oder morsch, auch nicht die sich direkt über dem Erdboden befindenden Bretter.
Dr. Jürgen Schwenkel
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